BAföG ist eine finanzielle Förderung vonseiten des Staates, dank der du eine Ausbildung ergreifen kannst – ganz unabhängig von der finanziellen Situation deiner Eltern. Gemäß Statistischen Bundesamts erhielten 2017 etwa 225.000 Schüler BAföG-Leistungen.

Wir haben hier für dich die wichtigsten Fakten rund um das Thema BAföG zusammengefasst.

Wer erhält BAföG?

Grundsätzlich haben sowohl Schüler als auch Studenten sowie Auszubildende Anspruch auf BAföG.

Bist du Schüler und möchtest einen berufsqualifizierenden Abschluss oder einen weiterführenden Schulabschluss erreichen, besteht die Möglichkeit, BAföG zu beziehen.

Besuchst du eine allgemeinbildende Schule, kannst du BAföG jedoch erst ab Klasse 10 beanspruchen und dann auch nur, wenn du nicht bei deinen Eltern wohnst. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Weg von deinem Elternhaus zur Ausbildungsstätte zu weit ist.

Das sogenannte Schüler-BAföG bekommst du außerdem, wenn du bereits verheiratet bist und einen eigenen Haushalt führst oder du mit deinem Kind in einem eigenen Haushalt zusammenlebst.

Welche Ausbildungen werden gefördert?

Folgende Tabelle zeigt dir, welche BAföG-geförderten Ausbildungen es für Schüler, Auszubildende und Studierende gibt:

Personengruppe Ausbildungsstätte
Schüler Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien, Gesamtschulen, Abendhauptschulen, Abendrealschulen, Abendgymnasien
Studierende Universitäten, Fachhochschulen, Hochschulen sowie Akademien
Azubis Berufsfachschulen, Berufsaufbauschulen, Berufskollegs und Fachschulen

 

Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?

Es gibt mehrere grundlegende persönliche Voraussetzungen, die du erfüllen musst, um BAföG zu erhalten – egal ob du Schüler, Auszubildender oder Student bist:

  • Alter: Bei Beginn deiner Ausbildung bzw. deines Studiums darfst du höchstens 29 Jahre alt sein. Es gibt aber ein paar Sonderfälle, bei denen du auch älter sein darfst – beispielsweise, wenn du schon ein Kind hast.
  • Staatsangehörigkeit: Du musst deutscher Staatsbürger sein. Jedoch besteht die Möglichkeit, dass du auch ohne deutschen Pass BAföG beziehen kannst. Hierfür brauchst du eine Bleibeperspektive in Deutschland. Wenn du dir unsicher bist, kannst du dich beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung informieren.
  • Erstausbildung: BAföG kannst du immer nur für eine Erstausbildung erhalten. Wenn du also bereits eine Ausbildung absolviert hast, bekommst du die Förderung für eine Zweitausbildung nur in wenigen Ausnahmefällen.

Wie viel und wie lange erhältst du BAföG?

Als Schüler bzw. als Auszubildender bekommst du BAföG vollständig als staatliche Förderung – und das so lange, wie du die entsprechende Ausbildungsstätte besuchst. In der Regel endet die BAföG-Zahlung mit dem Abschluss bzw. mit dem Abbruch deiner Ausbildung.

Wie hoch deine BAföG-Förderung im Einzelfall ausfällt, ist von der Art deiner Ausbildungsstätte abhängig.

Anhand folgender Beispiele kannst du dir einen Überblick verschaffen, wie viel BAföG dir gegebenenfalls zusteht:

  • Wohnst du als Schüler noch zu Hause bei deinen Eltern, hast du keinen Anspruch.
  • Hast du keine abgeschlossene Berufsausbildung, besuchst eine Berufsfachschule und wohnst bei deinen Eltern, bekommst du 231 Euro monatlich.
  • Hast du eine abgeschlossene Berufsausbildung, besuchst zum Beispiel eine Abendhaupt- oder Abendrealschule und hast keine eigene Wohnung, erhältst du 418 Euro im Monat.
  • Wohnst du in deinen eigenen vier Wänden, hast eine abgeschlossene Berufsausbildung und besuchst eine Abendhaupt- oder Abendrealschule, stehen dir 587 Euro monatlich zu.

BAföG kannst du immer nur für einen Zeitraum von einem Jahr beziehen. Du musst nach Ablauf dieser zwölf Monate einen neuen Antrag stellen, den sogenannten Folgeantrag.

Wann musst du BAföG zurückzahlen?

Wenn du Schüler bist und die Förderungsdauer mit deinem Schulabschluss endet, musst du das dir erteilte BAföG nicht zurückzahlen, denn es handelt sich hierbei um einen sogenannten Vollzuschuss vonseiten des Staates.

Die wichtigsten Schritte zur BAföG-Förderung

  • Besorg dir zunächst alle notwendigen Formulare für deinen BAföG-Antrag. Das sind die sogenannten Formblätter. Du erhältst sie beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung oder online. Achte darauf, die Formblätter gewissenhaft und sorgfältig auszufüllen und einige Belege vorzulegen. Verlangt wird unter anderem die Teilnahme an einem Praktikum, eine Bescheinigung über den Besuch einer Ausbildungsstätte oder auch die Versicherungsbescheinigung deiner Krankenkasse.
  • Anschließend musst du deinen BAföG-Antrag unterschreiben und mit den Antragsformularen und Belegen an das Amt für Ausbildungsförderung zurücksenden. Du kannst dies auch online erledigen. Studenten stellen den Antrag beim örtlich zuständigen Studentenwerk. Als Schüler wendest du dich an das kommunale Amt für Ausbildungsförderung deines Wohnortes.
  • Fehlen Unterlagen, erhältst du ein entsprechendes Schreiben, in dem du aufgefordert wirst, die noch fehlenden Dokumente innerhalb einer bestimmten Frist nachzureichen.
  • Nachdem du deinen Antrag gestellt hast und dieser geprüft wurde, bekommst du entweder einen Ablehnungs- oder einen Bewilligungsschein. Ratsam ist es, deinen Bescheid immer zu prüfen. Entdeckst du einen Fehler, kannst du gegen den Bescheid Widerspruch einlegen und sogar vor Gericht klagen.

Weitere Hilfestellung zum Thema BAföG finden Sie auf:
Hast du bereits einen Bescheid erhalten und möchtest gegen die Entscheidung vorgehen? Auf anwalt.de wird dir geholfen!

 

Katharina Kästel
Redakteurin/Content Managerin
anwalt.de services AG

Quelle: www.anwalt.de

Diese Website benutzt Cookies um die Funktionalität zu gewährleisten. Ok